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Das ist machbar: Einkaufen ohne Plastik-Müll

Autor: muelders 02.09.2019

190902 Das ist machbar: Einkaufen ohne Plastik-Müll

RP online Ratingen

Ab dem 4. Oktober wird man in der Lintofer Straße 27-29 nachhaltige Waren im Unverpackt-Laden kaufen können.

VON STEFAN MÜLDERS
RATINGEN Dass aus dem Netzwerk „Ratingen nachhaltig" im Oktober ein Verein wird, ist nur ein Zeichen dafür, wie auch in der Dumeklemmerstadt eine Szene immer größer wird, die sich für ein bewussteres Leben entschieden hat – egal, ob bezogen auf Umwelt, Klima oder Ernährung oder gleich alles zusammen. Auch die drei Gründer von „local unverpackt", Nils und Marvin Hermanns und Norman Schröder, erleben schon vor der Eröffnung ihres Unverpackt-Ladens eine Welle der Sympathie im Netz und in persönlichen Begegnungen.
Derzeit richten die drei in der Lintorfer Straße 27-29 in Ratingen ihr Landelokal und Bistro ein. Während die Ladenbauer den Innenraum gestalten, haben sie ihre ersten Palettenmöbel zusammengebaut, sich um organisatorische Abläufe und ihre Lieferanten gekümmert. Über 70 werden es sein, aber bis zur Eröffnung am 4. Oktober gibt es noch eine Menge zu tun. „Der Unverpackt-Laden ist bis dahin auf jeden Fall fertig und wir hoffen, dass auch das Bistro rechtzeitig startklar wird", sagt Nils Hermanns. Das wird auf der linken Seite eingerichtet, im Keller steht eine kleine Bistroküche zur Verfügung, das Kunden-WC und die Lagerräume. Die Toilette ist leider nicht barrierefrei erreichbar, ansonsten berücksichtigen Norman Schröder und die Hermanns-Brüder die Bedürfnisse für Rollstuhlfahrer. „Die Zugänge werden mit Rampen ausgestattet und im Laden nutzen wir rollbare Ständer, die problemlos zur Seite geräumt werden können."

Hygiene- und Körperpflegeartikel scheinen gefragt zu sein

Die Produktpalette wurde auch über Anregungen aus den sozialen Medien bestimmt, wird aber im Laufe der Zeit immer weiter angepasst werden. „Ein hoher Bedarf scheint bei Hygieneartikeln und Nachfüllmöglichkeiten für Reinigungsmittel und Körperpflegeprodukte zu sein", sagt Norman Schröder. „Ansonsten decken sich die Wünsche unserer zukünftigen Kunden weitestgehend mit dem, was wir bereits im Konzept bedacht hatten." Über 820 User folgen Local unverpackt auf Facebook, mehr als 660 sind es bei Instagram. Neben konkreten Hinweisen zu Wunschprodukten gab es in den sozialen Medien von Beginn an nur positive Kommentare zum Vorhaben – abgesehen von einer kritisch gemeinten Anmerkung. Riesig, endlich, super, tolle Location ist überwiegend zu lesen. „Das habe ich noch nie erlebt, normalerweise gibt es ja immer welche, denen irgendwas nicht passt." Stattdessen gab es Hinweise zu nachhaltigen Produzenten und Lieferanten in der Region und jede Menge Hilfsangebote. Von Unterstützung bei der Sanierung bis zu Aushilfstätigkeiten im Laden.
Nicht nur im Internet kommt das Konzept gut an. „Ach, ihr seid das" sei ein oft gehörter Satz. Das Interesse zieht sich durch alle Schichten und Altersgruppen. Für Jüngere ist es „hip" und „fancy", Ältere erinnern sich an plastikfreie Tante-Emma-Läden. Auch bei ihren Amtsgängen stießen Nils Hermanns und Norman Schröder auf große Zustimmung. Auch Manuela Naber, bei der Ratinger Wirtschaftsförderung zuständig für Existenzgründer, war von ihnen beeindruckt. „Die sind ihr Vorhaben sehr professionell angegangen und waren schon sehr gut vorbereitet." Auch der Vermieter sei sehr entgegenkommend gewesen, um das Gründungsvorhaben zu unterstützen. „Viele in der Stadt scheinen der Meinung zu sein, dass so ein Geschäft sehr gut nach Ratingen passt und ich persönlich glaube auch, dass es sehr erfolgreich laufen kann."
Besondere gestalterische Elemente ergaben sich auch aus den Netzwerk-Kontakten. Die Künstlerin Eva Gilles wird Bilder im Bistro ausstellen und gestaltet die Infotafel für den Unverpackt-Laden. Aus Kaffeesatz hergestellte Lampenschirme, die farblich zum dunklen Fachwerk des Gebäudes passen, steuert Carmen Zirngibl aus Düsseldorf bei.

Inventar soll gebraucht gekauft werden

Upcycling Ganz den nachhaltigen Gedanken folgend soll das Inventar fürs Bistro überwiegend gebraucht gekauft werden. Dazu zählen zum Beispiel unterschiedlichste Gläser oder Besteck.
Aufruf Über die sozialen Medien werden die drei Gründer bald einen entsprechenden Aufruf initiieren. Aber auch im neuen Ladenlokal werden Angebote gerne entgegen genommen.
Teller konnten bereits ausreichend über ein Spezialunternehmen besorgt werden.

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