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130422 TVI feiert Aufstieg nach Derby gegen KSV

 

Handball-Landesliga Frauen: Der Neu-Verbandsligist gewinnt klar mit 37:11, lässt dabei noch viele Chancen ungenutzt.
VON STEFAN MÜLDERS
ISSUM Wer es noch nicht mitbekommen hatte, der kam spätestens an der Issumer Halle nicht mehr umhin, die Nachricht wahrzunehmen: Die Handballerinnen des TV Issum wird Verbandsligist. Große Banner in der Halle und kleine Plakate an den Türen machten auf den Aufstieg aufmerksam: Der Vorstand gratulierte dem Team auf diese Weise zum Erfolg in dieser Saison. Vor einer gut besuchten Tribüne fand das Spiel gegen den feststehenden Absteiger aus Kevelaer statt. Lebhaft wurde es aber trotz vieler Tore erst in der Schlussphase des Spiels, zuvor wirkten die Zuschauer wie zuhause vor dem Fernseher: Nettes Unterhaltungsprogramm beim leckeren Bierchen.
Der KSV hielt in den ersten drei bis vier Minuten noch gut mit, leistete sich dann aber zu viele Fehler im Angriff, die Issum gnadenlos mit Tempospiel nutzte. Nach 13 Minuten wies die Anzeigetafel bereits ein 12:3 aus, Zeit für KSV-Trainer Michael Holtmann, eine Auszeit zu nehmen. Der war erst am Tag zuvor aus dem Krankenhaus entlassen worden. Issums Trainer Robert Katala nutzten die Unterbrechung, um die komplette Riege der Feldspielerinnen auszutauschen, was er sonst erst eine gute Minute später gemacht hätte.
Das Spiel nahm derweil weiter einen für Issum positiven Verlauf, während die KSV-Bemühungen im Angriff weiter nur zu geringen Erfolgen führte. Nach dem Seitenwechsel baute Kevelaer auf die einzige Chance, den Ball möglichst lange in eigenen Reihen zu halten. Wie das Ergebnis zeigt, gelang es dadurch zumindest, eine Niederlage mit vierzig oder gar mehr Gegentoren zu vermeiden. Darüber freute sich Michael Holtmann später sogar. „Wenigstens das ist mir in meiner Trainer-Laufbahn erspart geblieben.“ Schon während des Spiels hatte er laut für Kristin Loecker gejubelt, als die ihr Tor von der linken Außenseite erzielte. „Sie sollte in der Landesliga unbedingt noch einen Treffer machen, dahinter können wir schon mal einen Haken machen.“
Dass es am Ende keine 40 Tore für Issum wurden, wirkt deshalb beim Aufsteiger als kleiner Makel, weil Gelegenheiten genug da waren. Aber insbesondere in der zweiten Hälfte warf das Team durchaus den einen oder anderen Ball leichtfertig weg. Interessiert hatte das am Ende dann aber doch niemanden mehr. Die Kritik wurde mit einem Lächeln geäußert und mit einem noch strahlenderen Lächeln von der Mannschaft zur Kenntnis genommen.
Wichtiger waren nach Abpfiff die Sprechgesänge von freudigen Trinkgelagen und sexy Äußerem - und sich mit Standig-Ovations nicht nur vom Publikum, sondern auch von den Gästen feiern zu lassen. Das Ganze in frisch gedruckten T-Shirts, die die Kunde vom Aufstieg in die Verbandsliga tragen. Die waren zum Spiel in Wesel mit dem da noch überraschenden vorzeitigen Aufstieg noch nicht fertig.
Kevelaers Team verfolgte das Vorgehen zwar mit Respekt und Anerkennung, die eine oder andere Spielerin hatte aber schon angesichts der heftigen Niederlage mit den Tränen zu kämpfen. Denn zumindest die Einstellung zum Spiel hatte bei den meisten der dezimiert aufgelaufenen Mannschaft gestimmt. Schwer fallen dürfte beim KSV auch der Blick in eine unsichere Zukunft. Nachdem vor einigen Wochen noch die Kampfansage mit direktem Wiederaufstiegsziel an die Bezirksliga geschickt wurde, sieht die Realität aller Voraussicht nach nun anders aus. Zurzeit deutet sich an, dass die Mannschaft auseinanderfällt. Möglicherweise finden sich einzelne sogar demnächst in Issum wieder. Erste Gespräche in diese Richtung seien zumindest am Samstagabend noch geführt worden - zunächst ergebnisoffen.

 

STATISTIK
Bosser und Heinemann trafen am besten
TV Issum: Graef, Berns – Bosser (8), Ferschen (5), S. Harder (4), Schütz (4), K. Harder (4), Holzer (4), Kroppen (3), Niewerth (2), Ophey (1), van Stephaudt (1), Maßeling (1), Kempkens.
Kevelaerer SV: Reykers – Heinemann (8), Loecker (1), Schürmanns (1), Thoenes (1/1), van Meegern, van Meegen, Helmus.



Autor: Muelders -- 06.01.2014; 23:27:10 Uhr

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Anno 1995: Ein junges Landei macht sich nach erfolgreichem Abitur und engagiertem Zivildienst im örtlichen Krankenhaus auf den Weg in die urbane Welt. Ziel ist der Studienbeginn an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Noch während der ersten Semester ... mehr

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