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170914 Werkzeugbauer richtet 55 Tonnen schwere Presse auf

 

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NIEDERBERG (stemu) Das Velberter Traditionsunternehmen Kaiser Werkzeugbau investiert weiter in den Standort: In diesem Jahr wurde innerhalb von vier Monaten eine neue, 200 Quadratmeter große und sieben Meter hohe Halle angebaut, die zur Zukunftsfähigkeit des Familienbetriebs beitragen soll. „Wir haben ganz bewusst am Standort investiert, um vor Ort Arbeitsplätze zu sichern und den höchsten technischen Anforderungen unserer Kunden zu entsprechen“, sagt Felix Kaiser, der in vierter Generation im Unternehmen tätig ist und in einigen Jahren die Geschäftsführung von seinem Vater Wolfgang übernehmen soll. „In der Halle wird das TryOutCenter entstehen, das unser Portfolio ergänzen und erweitern soll. Wir wollen die beim Kunden durch das Werkzeugeinfahren entstehenden Ausfallzeiten minimieren und zukünftig inhouse bemusterte Werkzeuge ausliefern, mit denen unsere Kunden theoretisch direkt die Serie beliefern können.“
Das TryOutCenter wurde gebaut, um eine neue Maschine am Burgfeld aufzustellen. Die hydraulische Presse wiegt 55 Tonnen, ist 2x4 Meter groß, 5,50 Meter hoch und hat eine Presskraft von 600 Tonnen. Für ihren Transport aus der Türkei nach Velbert waren mehrere Tage beziehungsweise Nächte per Schiff und Tieflader notwendig. Vor Ort wurde die neue Presse mit Hilfe eines Kranes aufgerichtet und anschließend mit Spezialtransportfahrzeugen im TryOutCenter platziert. Auf ihr wird ab sofort die Endabnahme der kompletten Werkzeuge erfolgen. „Bisher hatten wir nur eine deutlich kleinere ‚Probierpresse‘ aus den 1980er Jahren zur Verfügung, die für die damaligen Werkzeuggrößen auch völlig ausreichte.“ Damit wurden einzelne Werkzeugsegmente getestet, der Vollbetrieb im zusammengebauten Zustand aber musste beim Kunden erprobt werden. Für Nachbesserungen waren dann viele Telefonate zwischen dem Techniker vor Ort und den Experten im Unternehmen nötig, die anschließenden Korrekturschleifen haben viel Projektzeit aufgebraucht. „Jetzt haben wir alle entscheidenden Personen direkt vor Ort, der Kunde bekommt von notwendigen Nachbesserungen nichts mehr mit.“ Kaiser geht davon aus, dass bei Inbetriebnahme dann keine Komplikationen mehr auftreten und die Stanzbetriebe keine mehrstündigen Maschinenausfälle hinnehmen müssen. Ein weiterer Vorteil für die gesamte Region: Kaiser Werkzeugbau wird das TryOutCenter auch an andere Werkzeugbauer vermieten – und die notwendigen Werkzeugmaschinen für mögliche Korrekturen stehen im angrenzenden Werkzeugbau direkt zur Verfügung. An einem eigens dafür errichteten Terminal besteht zudem die Möglichkeit, per Viewer direkt in die Konstruktion zu blicken. „Sollte ein Termin mal länger dauern, lagern wir selbstverständlich das Werkzeug vor Ort fachgerecht ein.“
Im neuen TryOutCenter, das über einen 12,5-Tonnen-Deckenkran verfügt und problemlos per LKW ebenerdig zum be- und entladen befahren werden kann, wird auch die mehr als 30 Jahre alte Probierpresse ihren Platz finden. „Denn das alte Schätzchen hat mit dem Ziehkissen ein interessantes Feature, das zwar selten benötigt wird, wir im Falle eines Falles aber nicht missen wollen“, sagt Felix Kaiser. Darüber hinaus wird noch ein 100-Tonnen-Stanzautomat inklusive automatischer Bandzufuhr für Serienfertigungen bis zu drei Millimetern Blechdicke und 250 Millimetern Coilbreite seinen Platz finden. Stanzdienstleistungen hatte Wolfgang Kaiser als zweites Standbein für den Velberter Werkzeugbauer eingeführt.
Das TryOutCenter ist nicht die einzige Neuerung, in die das Unternehmen seit dem Einstieg von Felix Kaiser für eine zukunftsfähige Ausrichtung investiert hat. Eine erste Maßnahme zur Umsetzung von Industrie 4.0 war die Umstellung auf 3D-Konstruktion und entsprechender Fertigungssteuerung. Inzwischen erfolgt die komplette Produktion digital und kann per Tablet gesteuert werden – auch von zuhause aus.

Kaiser Werkzeugbau wurde 1935 von Ernst Kaiser in Velbert gegründet. Am heutigen Standort besteht das Unternehmen seit 1964, als der Gründer auf rund 300 Quadratmetern einen Neubau initiierte. Seit 1994 leitet sein Enkel Wolfgang Kaiser den Familienbetrieb. Drei Jahre später folgte die Verdoppelung der Produktionsfläche auf dem ausreichend großen Grundstück, 2007 wurde das Betriebsgelände durch den Kauf des Nachbargebäudes mehr als verdoppelt. Die jetzige Erweiterung auf nun 1500 Quadratmeter geht auf Felix Kaiser zurück, der 2014 als vierte Generation ins Unternehmen einstieg. Zurzeit sind 14 Mitarbeiter beschäftigt, darunter ein Auszubildender im zweiten Lehrjahr. Im kommenden Jahr wird eine weitere Nachwuchskraft seine Ausbildung hier beginnen. Kaiser Werkzeugbau ist zertifiziert nach ISO 9001:2015, Mitglied der Schlüsselregion und Felix Kaiser aktiver Wirtschaftsjunior (WJ) im WJ-Kreis Niederberg.
www.kaiser-werkzeugbau.com



Autor: Muelders -- 14.09.2017; 11:14:36 Uhr

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